6 Regeln, die man beachten sollte, damit ein Kuchen garantiert misslingt

Beim foodbloggen will man naturgemäß das Beste seiner selbst zeigen. Man steckt Herzblut, Zeit (und manchmal auch) Nerven hinein, Leckeres und Schönes zu fabrizieren und in Szene zu setzen. Normalerweise macht es Spaß, ich vergesse die Zeit. Manchmal aber, manchmal gibt es Tage die man lieber nicht erwähnen möchte. Heute zum Beispiel. Da ich aber finde, dass zum Bloggen auch dazugehört, ehrlich und authentisch zu sein, teile ich heute mit euch die nicht so schöne Seite.

Für meinen heutigen Beitrag habe ich so ziemlich alles falsch gemacht, was man beim Backen so falsch machen kann. Ich habe einen kleinen, nicht essbaren Kuchen produziert. There, I said it.

Weil ich das nicht auf mir sitzen lassen wollte (remember? Perfektionismus), habe ich danach *hochmotiviert* einen zweiten Versuch gestartet. Was daraus geworden ist zeige ich euch morgen, als Sweet Sunday Rezept ausnahmsweise. So viel sei mal verraten: D. und ich haben das erste Stück bereits “vernichtet”.

Zurück zur dunklen Seite des Kuchenbackens. Es gibt ein paar Regeln, die man auch als erfahrener Kuchenbäcker (nicht) ignorieren sollte 😉

eier

1. Überfliege das Rezept, das reicht!

Es ist vollkommen ausreichend, das Rezept nur bis zu Angabe der Zutaten zu lesen. Wo bliebe sonst der Überraschungseffekt? Man erfährt noch früh genüg, dass die Butter lauwarm sein soll oder der Teig nach dem zweiten Verarbeitungsschritt drei Stunden im Kühlschrank ruhen muss. Kein Problem, besonders wenn man den Kuchen kurz vor Erscheinen der Gäste noch schnell machen möchte.

Ebenfalls eine gute Idee ist es, Rezepte auf Blogs zu suchen, sich von schönen Fotos verzaubern zu lassen und diese ungelesen nachbacken zu wollen. Irgendwann dämmert es einem sicher, dass in den angeblich vom Blogger gebackenen Lemon-Cookies die Butter fehlt. Noch besser, wenn man keine Reserve daheim hat und die Geschäfte schon geschlossen sind.

2. Nicht alle Zutaten daheim? Kein Problem!

Alle Zutaten kann man bedenkenlos austauschen, natürlich im selben Mengen bzw. Gewichtsverhältnis. Ist doch alles das selbe. Öl statt Butter? Weiße Schokolade statt dunkler? Kuvertüre statt Schokolade? Rohrzucker statt weißem? Roggenvollkornmehl statt Weizenmehl?

No problemo. Weder Geschmack, Konsistenz, Süßkraft oder Fettgehalt verändern sich dadurch.

3. Küchenuhren sind für Anfänger!

Der Kuchen ist im Rohr? Nütze die Zeit und mach was anderes! Geh duschen, tauche ein in die nächsten Kapitel deiner Lektüre. Küchenuhren oder Smartphone-Wecker brauchst du nicht, du erinnerst dich sicher in der richtigen Minute, dass dein Kuchen fertig ist. Außerdem geht nichts über einen kleinen Adrenalinstoß, wenn du dich plötzlich wieder erinnerst, dass das Backrohr noch läuft.

4. Nimm die Abkürzung, niemand wird es bemerken!

Die Eier 10 Minuten lang rühren? Die geschmolzene Butter-Schokolade-Masse gänzlich abkühlen lassen? Der Germteig eine Stunde lang gehen lasssen? Der Mürbteig mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben?

Nimm die Abkürzung, am Ergebnis ändert sich nichts, oder? Dass der Mürbteigt im Ofen zerrinnt, der Brioche nicht schön fluffig aufgeht oder die Brownies eher an einen Schoko-Shake erinnern, hat damit sicher nichts damit zu tun. Die Rezeptschreiberlinge haben sich vermutlich nicht viel dabei gedacht, als sie ihr Werk verfasst haben, nicht wahr?

5. Schätze Mengenangaben Daumen * π!

Sei es die Übersetzung von Cup-Angaben ins metrische System oder die schlichte Vervielfachung oder Reduzierung eines Rezepts. Die perfekte Kombination an Zutaten kann ruhig willkürlich verändert werden, auch Rechenfehler sind vernachlässigbar.

6. Backe immerzu! Stress und 1000 andere Dinge im Kopf lenken nicht ab.

Geduld, Ruhe und Muße (zum Backen) werden überschätzt. Einen Kuchen zusammenpampen kann jeder. Immer. Man kann gleichzeitig bein TV im Nebenraum mithören, die Seminararbeit schreiben, die Wohnung putzen! Es kommt nicht in Frage, den Samstagsbeitrag einmal ausfallen zu lassen, wie gesagt, backen kann jeder. Immer.

1000 andere Dinge im Kopf lenken nicht ab. Man vergisst dabei eh nicht auf den Zucker. Macht die Liebe, die man reinsteckt, wirklich das gewisse Etwas aus?

 

spacedude6

– Julz

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4 Gedanken zu “6 Regeln, die man beachten sollte, damit ein Kuchen garantiert misslingt

  1. He Julz, so hab Ichs auch immer gemacht, jetzt weiss ich warum manch sogenannter Kuchen mit dem Foto im Kochbuch nichts gemeinsam hatte! Aber Vorarlberger Spruch besagt ja „Nid lugg lo“ Schönen Abend Moni

    Gefällt 1 Person

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