YUM monthly #4: Kürbisse!

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Der Kürbis

lat. Curcubita
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Kürbisse sind gerade in aller Munde. Kein Wunder, es ist ja Kürbis-Hochsaison! Für Liebhaber der meist orangefarbenen Gewächse (wie mich) eine besondere Freude, versuche ich doch in der Herbstsaison möglichst viel mit Kürbis drin auf den Teller, Suppenteller und Kuchenteller zu bekommen. Kurz vor dem Overkill ist die Saison dann ohnehin wieder vorbei und wir starten in den Winter.

Und! Kürbisse eignen sich hervorragend als herbstliche Dekoration für drinnen und draußen, pur oder bebastelt. Begonnen hat es der Liebe meiner Schwester zu den Peanuts, die mich auch angesteckt hat. Könnt ihr euch noch an „It’s a great pumpkin, Charlie Brown“ erinnern? Der Kurzfilm stammt aus den 1960ern, funktioniert aber in jeder Generation finde ich 🙂

Ich habe in den letzten Jahren an der Tradition von Halloween (bzw. eine gute Ausrede Begründung für etwaige Anfälle von Bastelwut) Gefallen gefunden und seitdem gehört auch das Kürbislaternenschnitzen zum Herbst. Außerdem war ein Pumpkin Pie mein erster Auftragskuchen für eine Thanksgiving-Feier in US-Tradition hierzulande, yay! Lauter gute Gründe, die Kürbiszeit zu zelebrieren 🙂

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Geschichte

Die bis zu fünf kultivierten Arten kann man hierzulande in diversen Märkten und Supermärkte bewundern, Form und Größe reichen von Kastanie bis zu gefühltem Kleinkind in Kugelform. Dazu kommen dann noch die wild wachsenden Arten. Der Geschmack ist ebenso vielfältig und reicht von leicht süßlich bis nussig, herb.

Die Domestizierung der Kürbisse liegt schon einige tausend Jahre zurück (vor ca. 10-12.000 Jahren a.d.) und begann (je nach Art) in vielen Regionen von Nord-, Zentral- und Südamerika. Später erreichte das Gemüse auch Europa.

Anbau

Heute kommen Kürbisse weltweit in warmen Gebieten vor. Aufgrund ihrer Toleranz gegenüber Frost, übermäßige Trockenheit oder Nässe sind sie sehr dankbare Gewächse, die sich nicht so schnell umbringen lassen. Im Gegenteil. Hat eine Kürbispflanze einen geeigneten Untergrund gefunden, streckt sie ihre Ranken fühlerartig über den Boden aus und tendiert schnell mal dazu, das ganze Beet zu überwuchern. Will man also ein Kürbisgewächs anpflanzen, sollte man vorher sicherstellen, dass ausreichend Platz vorhanden ist.

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Biologie

Neulich machten D. und ich beim abendlichen Spaziergang durchs Viertel ich eine großartige Entdeckung. Beim Beerenhändler meines Vertrauens Beeren Winder, sind die Kürbisse los! Und zwar so richtig. Von der Straßenlaterne fahl beleuchtet säumten aberhunderte Kürbisse den Hof. Der schiere Anblick ließ mich mein Smartphone zücken, zwei unscharfe Fotos in der Dunkelheit machen und am nächsten Tag mit der Kamera bewaffnet wiederkommen (das Ergebnis seht ihr ja gerade an).

Kürbisse sind übrigens wie wohl größten Beeren (im botanischen Sinne), da sie eine harte Schale haben, nennt man sie auch Panzerbeere. Who knew? Die ist auch die Begründung, warum mein Beerendealer auch Kürbisse anbaut.

* Gartenkürbis (Cucurbita pepo)
* Riesenkürbis (C. maxima)
* Moschuskürbis (C. moschata)
* Feigenblattkürbis (C. ficifolia)
* und die Ayote (C. argyrosperma)

Alle Speisesorten sind aus Kreuzungen dieser Arten entstanden.

Gesundheit

Galt der Kürbis früher (wie so manch andere heutige Spezialität) als arme Leute Essen, so erlebt er heute wieder einen Aufschwung. Ganz von der Hand zu weisen ist es aber nicht, ist der doch in unseren Breiten ein nahrhafter (doch kalorienarmer) Energiespender und Vitaminlieferant. Das Wintergemüse ist reich an Vitamin C (Zellschutz), A (Augen, Haut) und E (Fettstoffwechsel), sowie an Kalium, Calcium und Zink. Als Farbgeber ist übrigens Betacarotin enthalten. Wusstet ihr, dass Hokkaido-Kürbisse mehr Betacarotin enthalten als Karotten?

Der Verzehr der Kerne, Fruchtfleisch als auch des Öls werden immer wieder empfohlen, da sie über gesundheitsfördernde Eigenschaften (von der Blutdrucksenkung bis zur Behandlung von Blasen- und Nierenleiden) verfügen. Die gesalzenen Kerne zählen natürlich nicht 😉

Küche

Kulinarisch hat der Kürbis einiges auf Lager.
Das Fruchtfleisch kann zu Suppe verarbeitet werden, zur Beilage von Hauptspeisen und zu Püree als Grundlage für Backwerk und für PSL. Hinter PSL verbirgt sich übrigens nichts anderes als Pumkpin Spice Latte, Profijargon offenbar.

Die Samen werden ebenfalls häufig verarbeitet und sind in Studentenfutter oder anderen Snacks zu finden oder – gerade hier in Österreich eine Spezialiät – zu hochwertigem Kürbiskernöl. Das wird übrigens aus einer ureigenen Sorte, dem steirischen Ölkürbis gewonnen. Wenn man Kürbiskernöl ersteht, sollte man vorsichtshalber einen prüfenden Blick auf das Etikett werfen, ob es sich dabei um ein österreichisches Erzeugnis handelt (inzwischen hat das österreichische Urprodukt nämlich Konkurrenz aus China und Russland bekommen und dieses täuscht manchmal Authentizität vor.) Den geschützten Namen „steirisches Kürbiskernöl“ darf der EU sei Dank nur ein solches tragen, dessen Samen aus der Österreich kommen (ähnlich wie bei der „Wachauer Marille“). Auch der Ort der Pressung sowie das Verfahren sind hier vorgeschrieben.

Zu guter Letzt: die Schale. Diese darf nur beim Hokkaido-Kürbis mitverzehrt werden, da sie beim Kochvorgang weich wird. Die anderen Kürbisarten sollte man schälen. Zierkürbisse sind übrigens nicht zum Verzehr geeignet.

 


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2 Gedanken zu “YUM monthly #4: Kürbisse!

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