[Sweet Saturday] Zimtschnecken mit Äpfeln & Birnen

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Ich backe nun schon seit einigen Jahren und Germteig ist (manchmal) nach wie vor ein rotes Tuch für mich. Da ich aber auf Germteig-Goodies nicht verzichten wollte, habe ich mit zahlreichen Rezepten expermentiert. Erfolgreich übrigens, aber mehr dazu gleich. Abgesehen von österlichem Brioche hatte ich kaum Glück (und da war es noch Glück) mit Germteig. Er ging kaum auf und – falls er es auf den Kuchenteller schaffte – war er nicht so fluffig, wie ich gehofft hatte.

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Moment, Glück? Meh. Da ich Germteig nun „richtig“ und frustfrei zubereiten wollte, habe ich ein bisschen recherchiert und wie sich herausstellte (ok, eigentlich war es klar), gibt es einige Regeln, die man beachten sollte. Glück spielt dabei keine nennenswerte Rolle.

Falls du selbst noch af der Suche nach der perfekten Flaumigkeit Fluffigkeit (ja, jetzt ist es offiziell ein Wort) bist, wird dich vielleicht folgendes interessieren:

Salz und Butter hemmen den Gärprozess. Weder Butter noch Salz sollten die unaufgelöste Hefe berühren. Für das Rezept bedeutet das, dass du diese beiden Zutaten erst zum Schluss hinzufügen solltest. Selbiges gilt für Eier.

Hefe kann „verbrüht“ werden. Achte darauf, dass die hinzugefügten Flüssigkeiten (Milch) 35° C nicht überschreiten.

Umgekehrtes gilt für alle restlichen Zutaten: sie sollten nicht frisch aus dem Kühlschrank sein. Zimmertemperatur ist optimal.

Germteig will geknetet werden. Leg den Knethaken weg, roll die Ärmel hinauf und knete den Teig mit den Händen (auf einer bemehlten Arbeitsfläche). Behandle den Teig nicht wie einen Boxsack, das könnte wiederum zuviel des Guten sein.

Egal welche Hefe du verwendest, beachte das Ablaufdatum. Alte Hefe geht nicht mehr auf. Trockenhefe hält sich etwa ein Jahr, frische etwa 10 Tage (im Kühlschrank).

Und hier noch ein letzter Tipp: nimm dir Zeit! Der Teig sollte zwischen 45min und einer Stunde an einem warmen Ort (ohne Zugluft!) gehen. Keinesfalls weniger, denn er soll auch schon aufgehen – auf das doppelte Volumen etwa.

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Und hier ist mein frustfreies Rezept – eine Verfeinerung meines bisherigen go to-Germteigs.

Kleiner Tipp: Wenn man die Schnecken bei 100°C 3-5 Minuten in den Ofen steckt, schmecken sie auch an Tag 2 und 3 ganz frisch!

Zimtschnecken Äpfeln & Birnen


reicht für ein kleines Blech (9 Schnecken) oder 1 Brotbackform

Teig
ingredients_150px120 ml Milch, lauwarm
25 g Butter, geschmolzen
200 g Mehl (bei Bedarf etwas mehr)
30 g Zucker
1/4 Würfel Hefe (10g)
1 mittelgroßes Ei
1 Prise Salz

Füllung
1 mittelgroße Birne
1 mittelgroßer, säuerlicher Apfel
1 EL Butter
1 EL Zucker
1 Messerspitze Nelken, gemahlen
1 Prise Zimt, gemahlen

90 g Zucker
1 TL Zimt, gemahlen
60 g Butter, weich

Beginnen wir mit der Zubereitung des Teigs. In einem Topf die Milch langsam erwärmen (nicht wärmer als 35°C). In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Zucker mischen, die Hefe in kleinen Stückchen hineinbröckeln. Die lauwarme Milch dazugeben und solange rühren bis ein Teig entsteht.

Nun die Butter schmelzen und leicht abkühlen lassen. Das Ei, die geschmolzene Butter und die Prise Salz unterrühren (wichtig ist, dass dies erst passiert, nachdem sich die Hefe aufgelöst hat).

Eine Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Teig nun von Hand weiterkneten. Falls der Teig klebrig ist, etwas mehr Mehl hinzufügen. Die Konsistenz ist gut, wenn der Teig glatt ist. Nun in eine Schüssel geben und ca. 45 min bis 1 Stunde zugedeckt an einem warmen Ort ruhen lassen (z.B. im Ofen bei 50°C). Der Teig wird nun sein Volumen verdoppeln.

Apfel und Birne in kleine Würfel (ca. 5 mm) schneiden und mit dem Esslöffel Butter, Zucker und den Gewürzen erhitzen. Etwa 15 Minuten bei schwacher Hitze anschwitzen bis sich die Flüssigkeit verflüchtigt.

In einer kleinen Schale den restlichen Zucker mit der weichen Butter und dem Zimt vermengen. Beiseite stellen.

Den Teig noch einmal kurz kneten (eventuell braucht er mehr Mehl) und ein Rechteck (ca. 5:3) formen. Es sollte etwa 3 mm dick sein. Nun die Zimtbutter gleichmäßig daraufstreichen, danach die Obststückchen darauf verteilen. Den Teig nun beginnend mit der zu dir zeigenden Seite aufrollen. In gleichmäßige Stücke schneiden. Die Schnecken in eine mit Backpapier ausgelegte Form stellen. Wieder mit einem Tuch bedecken und für weitere 30 Minuten (im Ofen) gehen lassen.

Den leeren Ofen auf 175°C vorheizen. Die Zimtschnecken für ca. 20-25 Minuten backen, bis sie goldbraun sind. Auskühlen lassen und bei Bedarf glasieren.

Enjoy!

spacedude
– Julz

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7 Gedanken zu “[Sweet Saturday] Zimtschnecken mit Äpfeln & Birnen

  1. Hallo Julz, die sehen super lecker aus. Ich möchte jetzt auch eine! Nein, zwei 😀 Und das Rezept für die Glasur, bitte! Die sieht so cremig lecker aus!
    Aber leider muss ich den erworbenes Wissen etwas erschüttern… Salz und Hefe können bestens miteinander. Ich bin gleich wieder da…

    Gefällt mir

    1. Hallo Guido,
      habe nach deinem Einwand nochmal weiter recherchiert und offenbar gibt es tatsächlich zwei verschiedene Schulen, was Salz betriftt. Die einen sagen auf keinen Fall, Finger weg, die anderen das Gegenteil. Man lernt nie aus 🙂
      Was aber sinnvoll klingt, ist folgendes (auch aus den Prüfungsfragen zur Bäckermeisterprüfung in Deutschland): Salz kontrolliert – also reguliert – den Gärprozess. Und es kommt auf die Temperatur drauf an, bei der die Hefe vergoren wird, es gibt auch ja auch Kaltgärprozesse.
      Solange es funktioniert, ist es mir recht 😉

      Beim Guss sag ich dir ganz ehrlich, dass ich in diesem Fall eine fertige Zuckerglasur verwendet habe, die man nur noch im Wasserbad wärmen muss. Ansonsten verwende ich 120 g gesiebten Staubzucker und 3-4 TL Zitronensaft, siehe beim Mohn-Zitronenkuchen. Ganz schnell rühren, schnell auftragen, dann wird die Glasur auch schön weiß. Je zähflüssiger, desto weißer.

      liebe Grüße,
      Julia

      Gefällt 1 Person

      1. Nein! Also sowas! Fertigware? Unverschämt 😉 😀 😀
        Danke! „Je zähflüssiger, desto weißer.“ Das merk ich mir!
        Und ja, wenns funktioniert können wir zufrieden sein 😉 Es gibt halt selten ein klares Ja und Nein, eher ein mal so und dann aber wieder so oder aber auch anders 🙂
        Einen vergnüglichen (Rest-) Sonntag noch.
        Es grüßt
        Guido

        Gefällt 1 Person

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